Okt 112011
 

Gestern vergaß ich zu erwähnen, daß natürlich auch Europas Banken zur Zeit von einem (Steuerzahler-finanzierten) Schuldenschnitt profitieren. Und ich meine hier nicht, daß EZB und EFSF ihnen Monat für Monat mehr Griechenlandanleihen abnehmen. Es geht vielmehr um folgende Graphik.

EZB Zinssatz und Euroinflation

EZB Zinssatz und Euroinflation (Daten: EZB & Bundesbank)

Die Grafik zeigt den Verlauf der Inflation im Euroraum (in beruhigendem Blau auch wenn etwas höher als in Deutschland) und der Zinssatz zu dem die Europäische Zentralbank Geld an die Banken verleiht. Wie man sieht, war der Zinssatz lange Zeit immer höher als die Inflation, wenn man von einer Periode von 2003-2005 absieht. Damals wurde der Zinssatz allerdings variabel festgelegt (ja nach Geboten der Banken), der angegebene Satz ist der Mindestzinssatz. Seit Ende 2008 ist der Zinssatz aber fix, d.h. unabhängig davon, wieviel Geld die Banken nachfragen.

Seit März 2010  ist die Inflation höher als der Zinssatz, den die Banken bei der EZB bezahlen müssen, um sich Geld zu leihen. Inzwischen um 1.75% höher, so sehr wie nie zuvor. Leiht sich eine Bank Geld und legt es nur werterhaltend an (kauft etwa Gold davon), so kann sie pro Jahr 1.75% Gewinn einstreichen. Auf Kosten der EZB und damit des Steuerzahlers, da die Einlage der Staaten bei der EZB an Wert verliert. Diese Niedrigzinspolitik war lange Zeit Bankrettung Phase 2.0.  Mit Schuld daran ist allerdings die gleichartige Politik der amerikanischen Notenbank (0% Zinsen bei 3.8% Inflation), der die EZB zumindest teilweise folgen musste, um eine zu starke Aufwertung des Euro zu verhindern.

Gereicht hat das den Banken nicht.

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