Okt 092011
 

Im Juli veröffentlichte die European Banking Authority die Ergebnisse ihres Stresstests. Das Ziel desselben war es, Banken frühzeitig zu erkennen, die in finanzielle Schwierigkeiten geraten könnten, so daß diese ihr Eigenkapital in Ruhe erhöhen können und nicht von Staaten gerettet werden müssen.

Zur Zeit muß die Dexia Bank von Frankreich und Belgien gerettet werden.

Hat der Stresstest also auf Dexia hingewiesen? Nein, die Dexia Bank war vielmehr in der Spitzengruppe mit >10% verbleibenden Kernkapital auch nach den Stressszenarien. Wo sind diese 10% nun? Es gibt zwei Erklärungsansätze, keiner davon hoffnungsfroh:

  1. Die Bankenstresstests sind Gefälligkeitsgutachten, die Märkte und Bevölkerung beruhigen sollen. Bis zur nächsten Bankenrettung. Darauf weißt hin, daß anscheinend die Risiken aus Staatsanleihen kaum betrachtet wurden, lediglich für Griechenland war ein Verlust von 15% vorgesehen (bei geplanter Beteiligung des Bankensektors von 21%). Es wundert nicht, schließlich sollen die Banken die Haushaltsdefizite weiter finanzieren.

    „Der Europäische Bankenstresstest hat in diesem Jahr nur unzureichend zur Vertrauensbildung beigetragen. Es gilt nun, dafür zu sorgen, dass an den Märkten keine zusätzliche Verunsicherung eintritt “, sagte der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Heinrich Haasis, in einer ersten Reaktion auf die Stresstest-Resultate. Hier würden willkürliche Maßstäbe angelegt, um politisch erwünschte Ergebnisse zu erzielen. [Handelsblatt vom 15.7.11]

  2. Die EBA hat keine funktionierende Risikomethodik und berechnet einfach irgendwelche Zahlen. Mögliche Gründe dafür wurden gestern bei den Problemen der Portfoliotheorie genannt.

Insgesamt dürften sich viele jetzt fragen, wie es, bei einem Zusammenbruch aus der Spitzengruppe des Stresstests, eigentlich um die Banken bestellt ist, die nicht in der Spitzengruppe landeten. Für die Deutsche Bank etwa wurde nur eine Kernkapitalquote von 6.5% ermittelt.

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