Okt 072011
 

Ich hatte vor ein paar Tagen TANSTAAFL erwähnt. Was meint TANSTAAFL im Zusammenhang mit der Finanzwirtschaft eigentlich?

Das Ziel der meisten Anlegers (und somit auch der Banken) ist es, aus ihrem eingesetzten Kapital einen möglichst hohen Ertrag (in Form von Zinsen, Dividenden, Spekulationsgewinnen, …) zu erzielen. Diesem Ertrag steht aber normalerweise ein Risiko entgegen.  Das Risiko, dass der Kreditnehmer (oder Staat) Pleite geht, ein Unternehmen seine Produkt nicht mehr verkauft bekommt, oder die Aktien fallen. Kurz: Das Risiko den erhofften Ertrag nicht zu bekommen und ggf. noch zusätzliches Geld zu verlieren.

Typischerweise geht man davon aus, daß ein höherer Ertrag ein höheres Risiko bedeutet (und umgekehrt). Oder anders ausgedrückt: Wenn man für eine Staatsanleihe nur 2% Zinsen bekommt, bei den Aktien des Unternehmens XYZ aber 5% Dividendenrendite, sorgt das Risiko dafür, daß nicht alle in XYZ investieren und niemand in Staatsanleihen. Diesen grundlegenden Zusammenhang macht sich die sogenannte Portfoliotheorie zu nutze, die das Risiko ertragreicher Anlagen dadurch zu kompensieren sucht, daß gleichzeitig andere Anlagen gekauft werden, mit ggf. gleichem Risiko, die steigen, wenn die ersteren fallen.

Grunsätzlich bleibt also festzuhalten, daß es nicht so einfach ist, hohe Erträge (etwas 25% Eigenkapitalrendite) zu erreichen, ohne auch ein hohes Risiko einzugehen. Außer man schafft es, sich eventuell ergebende Verluste anderen aufzubürden.

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